Was ist ein Schuldschein?

In der Regel wird ein vergebenes Darlehen durch einen Darlehensvertrag „bewiesen“, den sowohl der Kreditgeber als auch der Kreditnehmer unterschrieben haben, und somit die Rechtmäßigkeit der bestehenden Forderung seitens des Kreditgebers bestätigt haben. Eine vereinfachte Form eines Darlehensvertrages ist im Prinzip der Schuldschein. Der Schuldschein ist faktisch dass Gegenteil einer Quittung, denn während auf einer Quittung bestätigt wird, dass die Person XY eine bestimmte Summe Geld empfangen hat, sagt der Schuldschein etwas darüber aus, dass die Person XY in der Zukunft noch eine bestimmte Summe zu bekommen hat. Da der Schuldschein also beweist, dass eine Forderung besteht, kann er in dem Sinne einen Darlehensvertrag ersetzen. Im Schuldschein selbst sind vorrangig drei Fakten genannt, nämlich welche Summe gefordert wird, bis wann die Forderung zu begleichen ist, und wer der Schuldner ist.

Schuldschein und Schuldscheindarlehen

Während ein Darlehensvertrag stets zwischen zwei genau definierten Parteien zustande kommt, ist der Schuldschein eine Art von Inhaberpapier. Denn in der Praxis ist es so, dass derjenige Anspruch auf die Einlösung der Forderung hat, der den Schuldschein in Händen hält. Der Schuldschein kann also auch vom ursprünglichen Gläubiger weiter gegeben werden, sodass der Schuldner später gegenüber dem neuen Inhaber des Schuldscheins zahlungspflichtig ist. Ist die Zahlung schließlich erfolgt, wird der Schuldschein vernichtet, und somit besteht keine offene Forderung mehr. Auch im Bankenbereich ist der Schuldschein noch heute von Bedeutung, und zwar in Form eines so genannten Schuldscheindarlehens. Es handelt sich dabei um einen Kredit, der im Normalfall von einer Kapitalsammelstelle (Bank oder Versicherung) an große Unternehmen, Banken mit Sonderaufgaben oder auch an Körperschaften des öffentlichen Rechts vergeben werden. Dieser Kredit wird deshalb als Schuldscheindarlehen bezeichnet, weil auch hier der Schuldschein der Beweis der Forderung ist und kein Darlehnsvertrag im eigentlichen Sinne geschlossen wird.

Welche Vorteile und Nachteile hat das Schuldschein Darlehen?

Zwar kommt das Schuldscheindarlehen heute in der Praxis vergleichsweise selten vor und es werden nur noch von wenigen Banken solche Schuldscheindarlehen vergeben, aber dennoch gibt es durchaus einige Vorteile, die für diese Art von Kredit sprechen. Ein Vorteil ist beispielsweise die hohe Flexibilität, besonders im Vergleich zu einer Industrieobligation. Ferner können sich Unternehmen durch ein Schuldscheindarlehen mit einem geringeren Mindestvolumen finanzieren, als es bei einer Ausgabe von Anleihen der Fall wäre. Darüber hinaus können Schuldscheindarlehen auch von solchen Unternehmen aufgenommen werden, die nicht zur Emission von Wertpapieren zur Kapitalbeschaffung berechtigt sind. Nachteile des Schuldscheindarlehens sind demgegenüber, dass eine vorzeitige Tilgung des Kredites im Normalfall nicht möglich ist und zudem ist die Zinsbelastung in der Regel höher als nach Ausgabe von Anleihen, wobei jedoch weniger Gebühren anfallen.