Darlehenszinsen

Die meisten Kredite werden von Banken, und mittlerweile auch vermehrt von Privatpersonen mit dem Ziel vergeben, dass mit dem verliehenen Kapital ein Ertrag erzielt wird. Den Ertrag stellen vor allen Dingen die Darlehenszinsen dar, die der Kreditgeber vom Darlehensnehmer erhält. Gesetzlich gibt es übrigens keinerlei Vorgaben, dass ein Kreditgeber im Zuge eines Darlehens Kreditzinsen verlangen muss. Somit gibt es mitunter auch zinslose Darlehen, die allerdings eine große Ausnahme darstellen und höchstens von Arbeitgebern an Mitarbeiter vergeben werden oder auch von Autohäusern im Zuge einer Sonderaktion. Auch bezüglich der Höhe der Darlehenszinsen gibt es keine Vorgaben, jedoch dürfen die Zinsen im Vergleich zu üblichen Angeboten aus der gleichen Sparte nicht außergewöhnlich hoch sein, denn ansonsten kann der Straftatbestand des Wuchers erfüllt sein. Wie hoch die Darlehenszinsen letztendlich sind, die der Kreditgeber im Zuge seines Angebotes verlangt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Leitzinsen und Kreditart beeinflussen die Höhe der Darlehenszinsen

Zu den so genannten äußeren Faktoren, die einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Höhe der Darlehenszinsen haben, zählen vor allem die Leitzinsen und selbstverständlich auch die Art des Kredites. Zunächst einmal orientieren sich die Banken am EZB-Leitzinssatz als Maßstab für die generelle Ausrichtung der Kreditzinsen. Zur Zeit sind die Leitzinsen beispielsweise sehr niedrig, sodass auch viele Kreditarten wie Immobilien- oder Ratenkredit mit relativ günstigen Kreditzinsen ausgestattet sind. In hohem Maße hängen die Zinssätze im Darlehensbereich aber auch von der Kreditart ab. Das wird beispielsweise bei einem Vergleich zwischen dem Dispositionskredit und einem Immobiliendarlehen sehr gut deutlich. Einen Immobilienkredit kann man zur Zeit (April 2011) je nach Dauer der Zinsfestschreibung bereits ab einem Zinssatz von rund drei Prozent bekommen. Die Darlehenszinsen beim Dispokredit sind demgegenüber erheblich höher und bewegen sich meistens zwischen zehn und zwölf Prozent.

Laufzeit, Bonität und Darlehenssumme beeinflussen die Darlehenszinsen

Neben den zuvor genannten „äußeren“ Faktoren haben auch die demgegenüber als innere Faktoren bezeichneten Merkmale einen Einfluss auf die Höhe der vom Kunden zu zahlenden Darlehenszinsen. So variieren viele Banken die Höhe der Kreditzinsen unter anderem danach, für welche Laufzeit und für welche Darlehenssumme sich der Kunde entscheidet. Meistens sind Kredite, die in sehr kurzer Zeit zurück gezahlt werden, von den Zinsen her etwas günstiger als Darlehen, die im langfristigen Bereich anzusiedeln sind. Einen größeren Einfluss auf die Darlehenszinsen hat auch die Bonität des Kreditnehmers. So lassen sich nicht wenige Banken eine schlechtere Bonität durch einen höheren Zinssatz „ausgleichen“, was mit dem erhöhten Kreditrisiko begründet wird.