Darlehensvertrag Muster Vorlage

Ein Darlehensvertrag kann zwischen einem gewerblich tätigen Geldgeber wie einer Bank und ebenso zwischen Privatleuten relativ frei vereinbart werden. Er regelt die Überlassung einer Geldsumme und deren Rückzahlung mit festgelegten Zinsen und Tilgungsfristen, des Weiteren Sicherheiten und Sonderkonditionen wie etwa die Möglichkeit einer vorfristigen Tilgung oder einer Ratenaussetzung. Während Privatleute den Darlehensvertrag miteinander aushandeln, geben Geldinstitute die Regeln vor, müssen sich dabei aber an die geltende Rechtssprechung hinsichtlich des Verbraucherschutzes halten.

Inhalte im Darlehensvertrag

Neben den konkreten, vollständigen und umfassenden Angaben zum Darlehensgeber und -nehmer (auch USt-ID einer Bank, PA-Nummer des privaten Kreditnehmers) muss der Darlehensvertrag einige Details zum Darlehen konkret enthalten. Dazu gehören:

  • Höhe des Darlehens
  • Auszahlungszeitpunkt und gegebenenfalls Bereitstellungszinsen
  • Sollzins und effektiver Jahreszins, fest oder variabel
  • Gebühren
  • Tilgungsintervall und Dauer der ursprünglich vereinbarten Tilgung
  • Tilgungshöhe bei gleichmäßiger Tilgung
  • Möglichkeit der kostenlosen Sondertilgung, der vorfristigen kostenlosen Kompletttilgung oder gegenteilig einer Vorfälligkeitsentschädigung bei vorfristiger Kündigung
  • Möglichkeit der Ratenaussetzung/Umschuldung
  • vereinbarte Sicherheiten und Bürgschaften

Natürlich werden einige diese Punkte nicht vereinbart, so etwa die Bereitstellungszinsen, Sicherheiten, Bürgschaften, kostenlose Sondertilgungen oder Ratenaussetzungen/Umschuldungen. Wenn diese Punkte – dazu gehören auch Gebühren – nicht vereinbart werden, gehören sie nicht in den Darlehensvertrag und können auch nachträglich nicht einseitig in die Bedingungen aufgenommen werden.

Rechtsvorschriften zum Darlehensvertrag

Der Darlehensvertrag ist im § 488 BGB geregelt und legt zunächst nur fest, dass der Darlehensgeber das Darlehen überlässt, der Darlehensnehmer den vereinbarten Zins und bei Fälligkeit die Darlehenssumme zurückzahlt. Die monatliche, gleichmäßige Tilgung ist keinesfalls zwingend, weshalb es tilgungsfreie Darlehen gibt, die über eine Lebensversicherung tatsächlich erst mit Endfälligkeit zurückgeführt werden, während der Darlehensnehmer in der Regel monatlich die anfallenden Zinsen entrichtet. Auch hier regelt der § 488 BGB eigentlich die spätestfällige Rückzahlung zum jeweiligen Jahresende. Beamtendarlehen sind beispielsweise tilgungsfrei aufgebaut. Des Weiteren unterscheidet das BGB zwischen einem reinen Darlehensvertrag (§§ 488 ff. bis 505) und dem Sachdarlehen (§§ 607 ff.). Die Vorschriften zwischen Gelddarlehen und Sachdarlehen unterscheiden sich teilweise erheblich. Den Verbraucherdarlehensvertrag regelt das BGB im § 491. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Verbraucher gegenüber dem gewerblichen Darlehensgeber – einem Geldinstitut – in einer schwächeren Position und somit schutzbedürftig ist. Für Verbraucherdarlehen darf daher nur noch seriös geworben werden, Lockvogelangeboten mit dem niedrigsten Zins sind verboten. Die im Jahr 2010 neu gefasste Preisangabenverordnung (PAngV) regelt seither in ihrem § 6a, dass Banken denjenigen effektiven Zinssatz ausweisen müssen, der für 2/3 aller bewilligten Darlehen gilt. Auch ist der Sollzinssatz in seiner Art zu definieren, also als gebundener oder variabler Zinssatz, zusätzliche Kosten/Gebühren sind ohnehin auszuweisen. Der Abschluss eines Darlehensvertrages zwischen Geldinstitut und Verbraucher muss zwingend schriftlich erfolgen (§ 492 BGB).

Darlehenszinsen berechnen

Darlehenszinsen können nach verschiedenen Zinsmethoden berechnet werden. Verbreitet sind die Deutsche Zinsmethode (30E/360), die Eurozinsmethode beziehungsweise Französische Zinsmethode (act/360), die Englische Zinsmethode (act/365) und die Taggenaue Zinsmethode (act/act). Zum Vergleich:

  • Bei der Deutschen Zinsmethode werden Monate mit 30 Tagen, Jahre mit 360 Tagen gezählt, der 31. eines Monats ist also kein Zinstag. Der Februar wird wie ein Monat mit 30 Tagen berechnet, es sei denn, das Geschäft endet zufällig am 28. oder 29. Februar. Diese Zinsmethode kommt meist bei Termingeldern und Sparbüchern zum Einsatz. Die Gesamtzinsen werden durch 360 geteilt.
  • Die taggenaue Zinsmethode geht kalendergenau vor und wird bei Darlehensverträgen bevorzugt, aber nicht durchweg angewandt. Die Zahl von Zinstagen (Kalendertagen) wird ebenso wie das Basisjahr (Normal- oder Schaltjahr) der Zinsberechnung taggenau zugrunde gelegt. Einzelne Monate sind mit 30, 31 oder 28/29 (Februar) Tagen zu berechnen, das Jahr mit 365 oder 366 (Schaltjahr) Tagen. Da ein Darlehen fast immer über mindestens vier Jahre läuft, kommt also mindestens ein Schaltjahr vor, es müssen daher zwei separate Brüche für den nominalen Jahreszinssatz gebildet werden: einer mit 365 und einer mit 366 Tagen.

Grundsätzlich steht der Bank die Anwendung einer bestimmten Zinsmethode frei. Der Verbraucher kann nur über einen Darlehensrechner vorab die günstigsten Zinsen bei verschiedenen Szenarien ermitteln. Ein Darlehensrechner lässt die Angabe von Darlehenshöhe, Zinssatz und Laufzeit oder auch Zinssatz, Rate und Laufzeit zu, um jeweils das fehlende Element (Raten- oder Darlehenshöhe) zu ermitteln.